Art & Culture: Nebil

6.2.2017

Nebil verbrachte seine Jugend im kleinbürgerlichen Südhessen. Stark geprägt von der Gegenkultur der neunziger Jahre, wird der Sohn eritreischer Einwanderer mit sechzehn Jahren Lehrling eines Bildhauers. Einen Großteil seiner frühen, professionellen Arbeit, verbringt er dann als Illustrator für die Unterhaltungsindustrie. In den letzten Jahren konzentriert sich Nebil in Frankfurt am Main, seinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt, ausschließlich auf sein künstlerisches Schaffen. Seine Werke entstehen aus einem Fundus von Bildmaterial aus dem Internet. Es ist eine Projektionsfläche, die verdeutlicht, wie Informationen im Zeitalter des Internets weitergegeben werden. Mit dem Fahrrad verarbeitet der 1987 geborene Künstler eine seiner großen Leidenschaften.

Wer ist Nebil, woher kommt er und warum macht er genau das, was er heute macht?

Ich bin der Sohn eritreischer Einwanderer – beziehungsweise Abkömmling derer, die heute den öffentlichen Diskurs bestimmen. Aufgewachsen bin ich in Südhessen und die kleinbürgerliche Idylle ist definitiv der ausschlaggebende Grund warum ich mit der Kunst begonnen habe. Bereits in jungen Jahren hat mich die Gegenkultur der neunziger Jahre stark beeinflusst. Death-Metal und Heavy-Rock haben in meiner Sozialisierung eine enorme Rolle gespielt.
In meinem künstlerischen Schaffen fordere ich den Betrachter dazu auf, das Verhältnis zwischen Sujet und atmosphärischer Sprache in Frage zu stellen. Meine Werke entstehen aus gefundenem Bildmaterial – eine Projektionsfläche der Reizüberflutung im Zeitalter des Internets. Diese Fotografien werden am Rechner zu Collagen bzw. neuen Fotografien zusammengestückelt und in einem traditionellen Prozess mit Öl auf Leinwand übertragen. Das ist für mich im 21. Jahrhundert die einzige Option ein antikes Handwerk zu legitimieren.

Was wirst Du auf der Fahrradschau zeigen?

Ein Teil der Arbeiten behandelt die Ikonografie des Sports, also der Deutung des Radsports als Kulturphänomen – den Radsport als eine Form sozialer Kommunikation zu begreifen. Der zweite Teil meiner Arbeit seziert die Intensität und Dynamik innerhalb des Pelotons.
Wie ist Deine ganz persönliche Verbindung zum Radsport?
Ich betreibe den Sport seit zwei Jahren und bin seit dem in einer lebenslangen Liebe gefangen.

Nebil ist mit ausgewählten Ölgemälden auf der Berliner Fahrradschau zu sehen.