In Velo Veritas

7.12.2016

Ein Radmarathon hat immer etwas mit Wettkampf zu tun? Von wegen: Bei der Radrundfahrt „In Velo Veritas“, die durch das malerische Weinviertel Niederösterreichs führt, steht Genuss an erster Stelle.

Bereits 2013 wurde die Rundfahrt ins Leben gerufen, die sich vor allem an Liebhaber für klassisch historische Rennräder richtet. Einmal im Jahr findet die Ausfahrt an einem Sommerwochenende im österreichischen Weinviertel statt, Startpunkt ist jedes Mal eine andere Stadt. Das Programm beinhaltet neben den Streckenausfahrten so schöne Punkte wie ein Welcome Dinner oder einen Flohmarkt für historische Räder und klassische Trikots. Die verschieden langen Strecken nennen sich die Epische (210 km), die Anspruchsvolle (140 km) und die Genussreiche (70 km) – am Ende sind alle dazu da, mit dem Fahrrad Zeit in der Natur zu verbringen.

Wir haben mit einem der Gründer, Horst Watzl, über das Konzept dahinter und die Faszination für klassische Rennräder geredet:

Was ist das Konzept hinter „In Velo Veritas“ und was unterscheidet Euch von anderen Radrundfahrten?

„In Velo Veritas“ ist kein Zeitfahren und kein Rennen. Es geht vielmehr darum, genussvoll, aber schon schnell und schön Rennrad zu fahren. Wir entwerfen jedes Jahr neue Strecken im österreichischen Weinviertel und bieten mit ca. 210 km die längste Distanz für klassische Rennräder in Europa an.

Ihr beschränkt euch dabei auf Rennräder bis zum Baujahr 1987/88, die mit Riemenpedalen sowie Rahmenschaltung ausgestattet sind. Warum?

Es geht um die Kommunikation über und die Begegnung auf dem Rad, um das gewisse „Etwas“. Die Rennmaschinen des vergangenen Jahrhunderts sind Kunstwerke. Sie stehen für die Fertigkeiten der jeweiligen Rahmenbauer. Dazu kommt der große Respekt vor den schier unmenschlichen Leistungen der Rennradler, die mit hohen Übersetzungen und teilweise schweren Rädern mehr als 400 Kilometer täglich unterwegs waren. Zugleich verbindet die Rennradfahrer die Freude am Fahren abseits von Autobahnen und das gemeinsame Erlebnis. Nicht zuletzt soll die gewählte Distanz gut bewältigt werden.

Wie bei einem Radrennen gibt es Startnummern, aber es wird keine Zeit gemessen. Was hat es damit auf sich?

Die Startnummern dienen zur Identifikation der Fahrer im Falle eines Unfalls. Sie zeigen aber auch, welche Strecke die Leute fahren, weil diese unterschiedliche Farben haben. Zusätzlich sind bei uns auch die Namen der jeweiligen Fahrer aufgedruckt.

Was macht für euch die Faszination am Reisen mit dem Fahrrad aus?

Das ist eine sehr subjektive Frage, die jeder anders beantworten würde; aber für alle ist die Fortbewegung in der Natur und das unmittelbare Spüren der Landschaft ein wesentliches Element. Aber gewiß geht es auch um die Vorbereitung und die Herausforderung, die Strecke zu meistern.