BBUC: INTERVIEW MIT CHRISTIAN WIENERS

14.9.2016

Minimalistisches Design kombiniert mit einem ironischen Blick auf den Profiradsport: das ist Brillibrilliant / Unicorn. Das Wiener Fashionlabel geht auf die Gründung eines eigenen Rennradteams zurück – und hat nun seine erste eigene Rennradkollektion herausgebracht. Dazu konnten die Macher auf die jahrelange Expertise des etablierten Wiener Designer Duos Wendy und Jim zurückgreifen.

Wir haben mit Christian Wieners von BBUC über die erste Kollektion gesprochen, die Inspiration dahinter und was das alles mit einem Hotel in Wien zu tun hat.

Wofür steht ihr als Brillibrilliant / Unicorn?

Wir möchten zwei Welten miteinander verbinden: eine funktionale Welt, in der es darum geht, dass ich Kleidung für das Rennradfahren brauche und wo es nahe liegt, dass die Kleidung zum Beispiel enganliegend sein muss. Aber wir wollen das alles relativ minimalistisch und schön gestalten.

Die andere Welt ist die, dass, wenn wir vom Fahrrad absteigen, wir natürlich auch etwas brauchen, mit dem wir uns bekleiden wollen. Und diese Schiene entwickeln wir zusammen mit Wendy und Jim, einem Wiener Designerduo, das schon seit 20 Jahren im Business ist und die eine der wenigen sind, die es bis nach Paris geschafft und unter Helmut Lang gelernt haben.

Dadurch, dass wir selbst als Team relativ jung sind – wir beschäftigen uns mit der Fahrradthematik seit etwa sechs Jahren – haben wir einen noch etwas anderen Blick auf das Ganze: Wir haben alle einen Skateboard-Hintergrund und kommen aus dem kreativen Bereich. Ich selbst bin Grafikdesigner und Marvin Mangalino war zuvor Mediengestalter.

Was war die Inspiration für eure erste Kollektion in Zusammenarbeit mit Wendy und Jim?

Ich gestalte die Dinge von der Oberfläche her, mein Schwerpunkt ist dabei das Jersey. Meine Inspiration dafür kommt von überall, aber ist natürlich stark an das Hotel und die Architektur des Gebäudes gebunden. Persönlich mache ich sehr gerne viel mit Typografie und finde den Minimalismus extrem spannend: Dinge auf wenig zu reduzieren mit einer Idee oder einem Konzept dahinter.

Was ist die Geschichte hinter dem Hotel und wie kamt ihr auf die Idee, euer eigenes Radteam zu gründen?

Das Ganze hat vor etwa sechs Jahren in Wien mit einer Sonntagsausfahrt angefangen. Da ging es darum, dass wir alle nur Singlespeed gefahren sind und aus der Idee heraus, dass man nur mit einem Gang fährt, hatten wir uns Unicorn genannt. Eine simple Herleitung, die die Leute ein bisschen zum Schmunzeln bringen sollte, weil Fahrrad fahren sonst immer so ernst behaftet ist. Ein paar Jahre später ist dann Marvin Mangalino dazugekommen. Wir sind auf das Hotel gestoßen, weil wir einen Platz brauchten, wo man die Räder abstellen kann. Es hatte geregnet und wir wollten einen Kaffee trinken und über drei Ecken sind wir dann dort gelandet. Das Ganze hat sich dann immer weiterentwickelt, sodass es nicht nur bei Singlespeed-Ausfahrten geblieben ist, sondern mittlerweile Rennrad und Cyclocross im Team zu unseren Schwerpunkten zählen.

Dem Brillibrilliant / Unicorn ist der Brillibrilliant / Unicorn Racing Dream vorausgegangen. Dabei ging es wieder um eine ironische Anspielung an den Profiradsport, wo man nach großen Ölkonzernen und Sponsoren benannt wird und deshalb haben wir es einfach nach uns selbst benannt. Anstatt Team haben wir Dream genommen. Wir formieren uns selbst, wir stellen uns nett dar, aber es ist jetzt nicht so ernst, was wir da tun. Das Team ist über die Jahre geschrumpft und wieder gewachsen, aber die Kernmitglieder sind alle eng mit dem Hotel verbunden. Wir sind alle befreundet und das Hotel ist der Ausgangsort für unsere Ausfahrten etc. .

Was bedeutet euch das Fahrrad fahren?

Es geht darum, mit Menschen Zeit zu verbringen. Oder eben auch alleine, das kommt ganz darauf an. Fahrrad fahren kann eine Ausfahrt sein, aber auch Meditation. Es ist einfach Freiheit, die man sich nimmt. Du bist mit dir beschäftigt und je mehr man fährt, desto schneller, aber es wird nie leichter. Du spürst deinen Körper, aber man kann auch gut nachdenken und über Dinge reflektieren.